In Regensburg füllt das „Institut für religiöse Alltagskultur“ eine Forschungslücke.

Zeugnisse des gelebten Glaubens wie Rosenkränze, Medaillen, Votivtafeln, Heiligenfiguren, Hinterglasbilder oder Krippen werden mit zunehmender Entchristlichung immer weniger verstanden und geschätzt. Wenn die Glaubensweitergabe aufhört, verlieren Andachtsgegenstände ihre Bedeutung und Funktion. Auch können Sammler sogenannter religiöser „Volkskunst“ ihre Erben kaum mehr für ihre oft teuer erworbenen Objekte begeistern.

Kürzlich hat das Bistum Regensburg ein Zeichen gesetzt: Bischof Rudolf Voderholzer übergab das „Institut für religiöse Alltagskultur“ im Rahmen einer Segensfeier seiner Bestimmung. In seiner Ansprache wies der Bischof darauf hin, dass bereits im Judentum der Alltag vom Glauben geprägt war. Es habe zwar Andachtsgegenstände gegeben, aber keine Bilder. Mit der Menschwerdung habe Gott menschliche Gestalt angenommen. Damit sei das Bilderverbot von Gott selbst außer Kraft gesetzt worden. Eine „Explosion der Kreativität“ sei die Folge gewesen. Religiöse Objekte und Bildwerke begleiten die Christen durch das Kirchenjahr und durch alle ihre Lebensabschnitte.

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Text: Michael Karger