(Foto: Architekt Joachim Peithner erläutert die zukünftige Raumaufteilung und Nutzung des Instituts, während er die Mitglieder des Vereins durch die Baustelle führt.)
Vergangenen Mittwoch besuchte der Verein zur Förderung religiöser Volkskunst e.V. die Baustelle, auf der das zukünftige Institut für religiöse Alltagskultur entsteht.
Die Mitglieder des Vereins wurden vom Architekten Joachim Peithner selbst durch die noch unfertigen Räume geführt. „Man braucht jetzt noch etwas Fantasie, um sich das alles vorstellen zu können“, meinte Peithner mit einem Schmunzeln, während er den Mitgliedern erklärte, was in den verschiedenen Bereichen des Gebäudes in naher Zukunft entstehen soll – von der Werkstatt über die Bibliothek bis hin zu Räumen für Vorträge und Workshops. Trotz nackter Wände und freiliegender Leitungen, wurde bei der Begehung eines schnell deutlich: Dieses Gebäude ist wie gemacht für ein solches Institut, denn eine gewerbliche Nutzung wäre bei diesem Baubestand kaum umsetzbar gewesen, ebenso wenig die Einrichtung von Wohnungen. Die Raumaufteilungen sind zu speziell, zu individuell die vorhandene Bausubstanz. Dass hier ein Ort für Forschung, Sammlung und Vermittlung religiöser Alltagskultur entstehen kann, ist ein Glücksfall. Mit dem Institut gewinnt die religiöse Volkskunst nicht nur eine feste Adresse, sondern auch neue Relevanz. Sie wird nicht einfach archiviert, sondern aktiv beforscht, dokumentiert und öffentlich erlebbar gemacht. Mitten in der Fußgängerzone wird sie wieder Teil des öffentlichen Raums und rückt näher an die Lebenswelt der Menschen. So kehrt die religiöse Volkskunst sichtbar und lebendig dorthin zurück, wo sie hingehört: zu den Menschen.

